Gehöruntersuchungsprogramm

Grundsätzliches zur audiometrischen Untersuchung

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Einrichten eines (audiometrischen) Gehöruntersuchungsprogramms

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Durchführung

Für die Umsetzung von audiometrischen Hörtestprogrammen gibt es verschiedene Modelle. Welches Modell sich am besten eignet, hängt im Prinzip davon ab, welchen Bedarf Ihr Unternehmen hat und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Optionen im konkreten Fall für den Arbeitgeber und die Arbeitnehmer haben.

Ganz allgemein lassen sich folgende übliche Modelle unterscheiden:
 

  • Betriebsintern: Der Arbeitgeber verfügt über Räumlichkeiten, Ausrüstung und Personal zur Durchführung der Hörtests im eigenen Betrieb.
  • Mobiler Dienstleister: Ein externer Dienstleister stellt Ausrüstung und Personal und kommt, zum Beispiel mit einem Untersuchungswagen, zu Ihnen in den Betrieb.
  • Medizinische/audiologische Klinik oder Krankenhaus: Die Mitarbeiter gehen zur Untersuchung in eine Einrichtung, die Hörtests anbietet.
  • Kombination: Zur Durchführung der Erstuntersuchung, jährlichen Untersuchung und Nachuntersuchung werden zwei oder mehr Modelle genutzt.

 

Das beste Modell richtet sich oft auch nach der Zahl der jährlich zu untersuchenden Mitarbeiter.

Personal

Für audiometrische Untersuchungsprogramme werden Personen mit Befähigung zur Durchführung der Hörtests und entweder ein Audiologe oder Arzt als Fachperson zur Beaufsichtigung des Programms sowie zur Untersuchung von „Problem-Audiogrammen“ benötigt. Die audiometrische Untersuchung selbst (den Hörtest) selbst nimmt oft ein Hörakustiker oder eine auf Gehörschutz spezialisierte arbeitsmedizinische Fachkraft vor. Großen Arbeitgebern steht eventuell ein betriebsärztlicher Dienst zur Verfügung, der audiometrische Untersuchungen durchführen kann. Wenn keine innerbetrieblichen Einrichtungen vorhanden sind, wenden Sie sich an einen arbeitsmedizinischen Dienstleister. Entsprechende Anbieter können von der Berufsgenossenschaft erfragt werden.

Je nachdem kann die audiometrische Prüfung von Audiologen, Ärzten und anderen Berufsgruppen beaufsichtigt (und auch selbst durchgeführt) werden.

Ausrüstung

Für ein innerbetrieblich aufgesetztes Hörtestprogramm werden verschiedene Geräte benötigt. Hierzu zählen in der Regel:


  • Audiometer: Ein Gerät, das die Hörempfindlichkeit mit Reintönen unterschiedlicher Frequenzen misst. Das Audiometer arbeitet mit Kopfhörern, die auf das Audiometer kalibriert werden müssen. Audiometer gibt es in verschiedenen Ausprägungen, unter anderem manuell, mikroprozessor- und computergesteuert.
  • Otoskop: Der „Ohrenspiegel“ ist eine helle Lichtquelle mit einer Lupe zur Betrachtung des Außenohrs und des Trommelfells. Es ist hilfreich, den Zustand des Gehörgangs zu untersuchen, bevor ein Hörtest durchgeführt oder ein Gehörschutzmittel eingeführt wird.
  • Bioakustischer Simulator: Ein Spezialgerät, das die Funktionsfähigkeit des Audiometers überprüft. Täglich, wenn Hörtests durchgeführt werden, setzt der Akustiker die Kopfhörer auf den Simulator und unterzieht dessen Hörschwellen einem Schnelltest. Änderungen in den Hörschwellen des bioakustischen Simulators deuten auf eine Fehlfunktion des Audiometers hin. Unter Akustikern wird dieses Gerät oft „Bio-Betty“ oder „Oscar“ genannt – Namen, die von Herstellern solcher Simulatoren verwendet werden.
  • Audiometrie-Datenbankverwaltungssystem: Ein kommerzielles Softwareprogramm speziell für die Erfassung, Analyse und Speicherung von Audiometrie- und für den Gehörschutz relevanten Daten. Eine Audiometrie-Datenbankverwaltung unterstützt Funktionen wie Nachweisführung, Berichterstellung und Trendanalyse.
  • Was ist ein „Problem-Audiogramm“?

    Problem-Audiogramme sind Audiogramme, die große Unterschiede in der Hörschwelle zwischen zwei Ohren oder auffällige, für Lärmschwerhörigkeit typische Hörverlustgrade ausweisen, sowie nicht reproduzierbare Audiogramme. Solche Audiogramme müssen von einem Fachkundigen, wie zum Beispiel einem Audiologen, Hals-Nasen-Ohrenarzt oder anderen Arzt, näher untersucht werden.

    Oft leitet dieser als beaufsichtigende Fachperson den Arbeitgeber bzw. Hörakustiker an, wie Problem-Audiogramme zu erkennen sind.

  • Nicht normale Schwellen

    Nicht normale Schwellen

    Normale Hörschwellen liegen in einem Hörpegelbereich von 0 – 25 dB. Schwellen über einem Hörpegel von 25 dB gelten als außerhalb des normalen Bereichs und deuten auf ein eingeschränktes Hörvermögen hin. Es gibt typische Befundmuster, die teils mit der Ursache des Hörverlusts in Zusammenhang stehen. 

    Progressiver Gehörverlust:
    25 dB – 40 dB: Leichte Schwerhörigkeit, die es erschweren kann, in lauter Umgebung Gesprächen zu folgen
    40 dB – 69 dB: Mäßige Schwerhörigkeit mit zunehmender Schwierigkeit bei der Verständigung
    70 dB – 90 dB: Starke Schwerhörigkeit, die die Verständigung in den meisten Situationen ohne Verstärkung erheblich erschweren kann
    >90 dB: Hochgradige Schwerhörigkeit, die die normale Verständigung von Angesicht zu Angesicht ohne Verstärkung, Lippenlesen und/oder Gebärdensprache verhindert

    Hörschwellen, die entweder außerhalb des normalen Hörvermögens liegen oder für eine bestimmte Art von Hörverlust atypisch sind, gelten als nicht normal.

    Bei einer nicht normalen Hörempfindlichkeit ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten und der für den Mitarbeiter beste Ansatz im Umgang mit dem Hörverlust zu finden.

  • Ungültige Tests

    Es kommt vor, dass die Untersuchungsergebnisse unvollständig sind, nicht nach gesetzlicher Vorschrift ermittelt wurden oder nicht das tatsächliche Hörvermögen des Mitarbeiters abbilden. Ungültige Tests können nicht zur Erfüllung gesetzlicher Auflagen herangezogen werden und erfüllen nicht den Zweck der Frühdiagnose von lärmbedingtem Gehörverlust. Eventuell ist es möglich, den Test zur Korrektur von Fehlern, entweder durch das Prüfverfahren oder das Prüfmittel, zu wiederholen. In anderen Fällen kann es notwendig sein, den Mitarbeiter zur eingehenderen Untersuchung an einen Audiologen zu überweisen.

  • Maßnahmen im Fall einer Hörschwellenverschiebung

    Maßnahmen des Arbeitgebers, wenn eine Hörschwellenverschiebung festgestellt wird – Schulung, Anpassung des Gehörschutzmittels, Dichtsitzprüfung, Auswertung von Expositionsdaten, Bewertung der Schutzmaßnahmen insgesamt usw.

    Die Ergebnisse des Hörtestprogramms müssen im Hinblick darauf ausgewertet werden, ob die Untersuchungen gültig sind und ob eine Veränderung des Hörvermögens eingetreten ist, die eine Folgemaßnahme erforderlich macht.

    Wenn festgestellt wird, dass sich die Hörschwelle verändert hat, erwägen Sie folgende Maßnahmen:
     

    • Sorgen Sie dafür, dass Gehörschutz von allen Mitarbeitern mit einer Tages-Lärmexposition von oder über 85 dB(A) getragen wird. Mitarbeiter, die vor der Hörschwellenveränderung keinen Gehörschutz getragen hatten, müssen mit einem angemessenen Gehörschutzmittel ausgestattet werden, in dessen Gebrauch und Instandhaltung unterwiesen werden und den Gehörschutz allzeit tragen, wenn sie dem gefährlichen Lärmpegel ausgesetzt sind.
    • Hat der Mitarbeiter zuvor Gehörschutz getragen, muss das ausgereichte Gehörschutzmittel auf seine Eignung für die Arbeitstätigkeit und den Träger überprüft werden. Gegebenenfalls sind alternative Gehörschutzmittel mit angemessener Dämmung bereitzustellen. Der Mitarbeiter muss neu ausgestattet und erneut in der Benutzung des Gehörschutzmittels unterwiesen werden.
    • Wenn weitere Untersuchungen erforderlich sind, oder wenn es Grund zu der Annahme gibt, dass das Gehörschutzmittel ein gesundheitliches Problem verursacht, muss der Mitarbeiter zu einer audiologischen oder ärztlichen Untersuchung gebeten werden.
    • Der Mitarbeiter muss über die Notwendigkeit einer ärztlichen Untersuchung informiert werden, wenn der Anschein eines medizinischen Zustands gegeben ist, der nicht mit der Verwendung von Gehörschutz in Zusammenhang steht.
  • WICHTIGER HINWEIS: Dieser Information sind in bestimmten Ländern aktuell geltende Vorschriften zugrunde gelegt. In anderen Ländern oder örtlich können abweichende Anforderungen gelten. Lesen Sie immer die Gebrauchsanweisung und befolgen Sie örtliche Gesetze und Vorschriften. Diese Website ist zur allgemeinen Information bestimmt und nicht als Grundlage für konkrete Entscheidungen gedacht. Das Lesen dieser Informationen vermittelt keine Fachkompetenz im Gebiet Sicherheit und Gesundheit. Die Informationen sind am Datum der Veröffentlichung aktuell, künftige Anforderungen können abweichen. Die Informationen sollten nicht für sich allein, sondern in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden. Oft finden Sie an anderer Stelle weiterführende oder erläuternde Informationen. Geltenden Gesetzen und Vorschriften ist in jedem Fall Folge zu leisten. Mehr Informationen zu 3M™ E-A-Rfit™ finden Sie hier, ansonsten kontaktieren Sie bitte jederzeit Ihre örtliche 3M Vertretung, um mehr zu erfahren oder einen Probetermin zu vereinbaren.

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